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Stolz und Vorurteil

Auf Bällen tanzen, neue Bekanntschaften schließen und sich einfach amüsieren – klingt doch ganz interessant, oder? In „Stolz und Vorurteil“ sind Bälle keine Seltenheit, und obwohl ich keine begeisterte Tänzerin bin, wäre es doch ganz spannend einmal in dieses Zeitalter zu schlüpfen und sich den amüsanten Veranstaltungen hinzugeben. Wären da nicht ein paar völlig veraltete Denkweisen des 18./19. Jahrhunderts, mit denen ich nicht so ganz klar komme. Eigentlich können wir ganz froh sein in einer Zeit zu leben, in der man im Normalfall frei entscheiden kann mit wem man seine Zukunft verbringt – anders als in dem Buch von Jane Austen, in dem die gesellschaftlichen Unterschiede das meist zu verhindern wissen.

Stolz und Vorurteil

Schon lange habe ich den Wunsch verspürt den Klassiker „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen zu lesen. Immerhin ist es nach „Der Herr der Ringe“ laut einer Umfrage das zweitbeliebteste Buch Großbritanniens.  

Da die Geschichte an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert spielt, unterscheiden sich so manch Ansichten der Menschen von den heutigen. Anfangs haben mich ein paar Punkte gestört, denn ich war mit den Denkweisen der im Buch vorkommenden Charaktere nicht einer Meinung. Doch man muss bedenken, dass man in ein völlig anderes Zeitalter eintaucht, und sobald man das akzeptiert und sich in die Hauptcharaktere hineinversetzt, sich somit dem Buch hingibt, kann man die Handlung genießen.

Was mich anfangs ein wenig gestört hat, ist, dass der Grundgedanke jeder Frau vor allem jener ist, dass jede Frau am besten so schnell wie möglich verheiratet werden muss. Vor allem die Mütter lassen keine Gelegenheit aus, um ihre Töchter einem vornehmen Herrn vorzustellen. Klar, nur so kann teilweise die Zukunft abgesichert werden, doch dass bereits bei 15jährigen zwanghaft nach einem Ehegatten gesucht wird, hat mich doch etwas erstaunt. Zumindest hat Elizabeth, die Hauptfigur dieses Romans, ganz und gar nicht vor, jeden x-Beliebigen zum Mann zu nehmen – was ihre Mutter manches Mal in den Wahnsinn treibt. Für „Lizzy“ kommt bloß eine Liebesheirat in Frage, denn sie glaubt an die wahre Liebe…

Auch wenn es sich um ein recht umfangreiches Buch handelt, habe ich es kaum zur Seite legen können, denn ich wollte unbedingt wissen wie es zu Ende geht. Jane Austen hat diesen Roman in einem äußerst flüssigen Stil niedergeschrieben, sodass es nicht langatmig erscheint. Auch die zahlreichen Dialoge lassen die Geschichte lebendiger erscheinen.

Ich kann euch das Buch wärmstens empfehlen, mir hat es besonders gut gefallen. Mit Spannung  habe ich verfolgt, wie voreilige Entscheidungen gefällt und somit Fehler begangen werden, die man im Endeffekt versucht wieder hinzubiegen.

Der Film gibt das Buch ziemlich genau wieder – auch wenn manche Einzelheiten nicht eins zu eins übereinstimmen, aber prinzipiell ist es eine recht gelungene Verfilmung des Romans von Jane Austen. Die Besetzung finde ich zudem auch perfekt: In die Hauptrolle schlüpft Keira Knightly, die die Figur der Elizabeth Bennet großartig spielt. Auch mit Donald Sutherland und Matthew MacFadyen hat man ideale Schauspieler für die Verfilmung gefunden.

Meiner Meinung nach kommen nur die Gefühle der Personen im Film nicht allzu gut rüber wie im Buch. Ansonsten bin ich sowohl vom Buch als auch vom Film sehr begeistert.

4 Kommentare zu „Stolz und Vorurteil

  1. Ist schon lange her, dass ich das Buch gelesen habe. Am Anfang fand ich es recht eintönig, gerade die langen Gespräche (vA mit dem langweiligen Cousin) zogen sich sehr hin und die ganze Umgebung und das Leben wurde sehr ausführlich beschrieben. Da musste ich mich ein wenig überwinden weiter zu lesen. Als die Handlung dann aber fortschritt hat sie mich umso mehr mitgerissen! Die Verfilmung gefällt mir auch sehr gut. Sie ist in meinen Augen sehr gelungen. Vielleicht ist es wieder einmal an der Zeit diesen Klassiker erneut zur Hand zu nehmen =)

    1. Irgendeine Stelle war für mich auch recht langatmig, ich glaube es war relativ am Anfang. Aber es war nicht so störend, da hab ich schon Bücher gelesen, die mich viel schwerer zum Weiterlesen animiert haben 😉
      Oh ja, der Cousin ^^ Den habe ich im Film noch schlimmer gefunden als im Buch 😉
      Als nächstes würde ich gerne Sturmhöhe lesen von Emily Bronte, mal sehen wie das ist!

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