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Oscar Wilde – Egoismus

Zitat Oscar Wilde

Zur Abwechslung möchte ich gerne mal ein Zitat hernehmen, über das ich erst kürzlich gestolpert bin.

Oscar Wilde fasst hier ganz gut die Bedeutung des Egoismus zusammen, nämlich dass jemand voll und ganz auf sich selbst schaut und versucht seinen eigenen Willen durchzusetzen, und es dabei völlig gleichgültig ist, was jemand anderer möchte bzw. nicht möchte – dies verkörpert meiner Meinung nach (grob gesehen) den Begriff Egoismus.

Ein wenig egoistisch darf man, denke ich, ruhig sein. In Maßen dürfte wohl so einiges in Ordnung gehen, jedoch sollte man darauf achten, nicht die Grenze zu überschreiten…

Man sollte niemanden zwanghaft zu etwas drängen bzw. jemanden verändern wollen. Um jeden Preis jemanden seinen eigenen Willen aufzudrängen finde ich ganz und gar nicht in Ordnung.

Oft kommt es vor, dass Leute ihren Kopf durchsetzen möchten, was auch irgendwie klar ist. Jeder will im Recht sein, und möchte, dass jeder andere nach seiner Pfeife tanzt. Doch soll man wirklich andere zu etwas drängen, bloß damit man selbst zufrieden ist? Keine Rücksicht auf das nehmen, was andere möchten bzw. nicht möchten?

Kurzfristig könnte es sogar gut gehen, aber wie schaut es für eine längere Zeitspanne aus? Die „Unterdrückten“ (verzeiht mir diese übertriebene Wortwahl, aber mir fällt gerade keine passendere Bezeichnung ein) würden mit der Zeit womöglich immer unglücklicher werden…

In manchen Lebenssituationen ist Egoismus vielleicht sogar angebracht, das streite ich nicht ab. Doch muss man auch abschätzen können, ob es wirklich gut für einen ist, oder ob man möglicherweise andere miteinbezieht und man mit seiner Selbstsucht letzten Endes alles nur noch schlimmer macht.

Irgendwie finde ich, dass Oscar Wilde mit diesem Zitat über den Egoismus den Nagel auf den Kopf trifft.

0 Kommentare zu „Oscar Wilde – Egoismus

  1. Cool. Ich lese gerade „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde. Darin kommen viele geistreiche Sprüche von ihm vor… unter anderem mein Lieblingszitat von ihm: “ Von allem kennt man den Preis, doch von nichts den Wert.“
    Mit Egoismus ist das so eine Sache… bedenkt man dass ego das lateinische Wort für ich ist, heißt es eigentlich Ichismus und muss nicht unbedingt schlecht sein… Den viele sehen sich als Teil eines großen Ganzen und somit „nur“ als spezieller Blickwinkel eines höheren Selbst. Deswegen finde ich es heute nicht mehr so schlimm wenn man mich Egoist nennt. Den ich denke durchaus nur an mich und an Teile meiner selbst wenn ich mich zum Beispiel entschließe vegan zu ernähren oder dagegen Mainstream-Medien zu konsumieren…
    Aber ja, ein Wort unendlich viele Bedeutungen… Wenn man sich genauer mit den Worten befasst die man tagtäglich hört und ebenso anwendet kommt man auf so manchen inspirierenden Gedanken.

    Danke für den Bericht, sehr schön

    lG
    Frosch

  2. Ich sag nur „Ellenbogen“-Gesellschaft. Meiner Meinung nach nimmt das immer mehr zu. Hauptsache „ich, ich, ich“. Klar in gewisser Hinsicht sollte man schon an sein eigenes Wohl denken aber dabei anderen zu Schaden ist nicht Sinn und Zweck der Sache.

    Tolles Zitat und eine sehr aktuelle Thematik

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