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„Das Cape“ – Joe Hill

Herausgeber: Panini

Art: Softcover

Seiten: 132

Autor: Joe Hill, Jason Ciaramella

Zeichner: Zach Howard

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Vermutlich haben wir uns schon alle einmal gefragt, wie es wäre fliegen zu können. Mit seinem Cape ist die Hauptfigur dieses Comics in der Lage durch die Lüfte zu schweben. Doch seine Absichten sind alles andere als heldenhaft.

Story:

Sein Umhang ist dem achtjährigen Eric das wichtigste, das sich in seinem Besitz befindet. Doch ein tragischer Unfall beim Spielen mit seinem Bruder, als er von einem Baum fällt, verändert sein Leben von Grund auf: Ständige Kopfschmerzen begleiten ihn von nun an und einen Sinn in seinem Leben sieht der nun erwachsen werdende Eric auch nicht mehr, aber das schlimmste: Sein Cape ist weg.

Er sieht sich als denjenigen, auf den alle losgehen, der niemandem etwas recht machen kann und den niemand liebt. Eigentlich ein armseliges Leben, aber durch sein Verhalten verliert er seine Freundin und der Kontakt zu seiner Familie ist auch eher schlecht als recht. Als er eines Tages sein damals so heiß geliebtes Cape wieder entdeckt, fängt das Chaos erst richtig an…

Eric kann, wie er es schon immer geahnt hatte, tatsächlich damit fliegen und hat Böses vor. Er möchte Rache nehmen, und zwar an all jenen, die ihn „fallen lassen“ haben und mit deren Verhalten er nicht zurechtkommt. Unter anderem rächt er sich an seiner Exfreundin sowie an seiner Mutter, die ihm seinen Umhang weggenommen hatte und an seinem erfolgreichen Bruder Nicky. Ein regelrechter Rachefeldzug nimmt seinen Lauf…

Joe Hill:

Hinter dem Pseudonym Joe Hill verbirgt sich der Sohn von Stephen King. Schon allein deswegen war ich richtig gespannt auf dieses Comic, da ich noch vor einigen Jahren Stephen King – Bücher nur so verschlungen habe. „Das Cape“ ist ursprünglich in Joe Hills Kurzgeschichtenband „Black Box“ erschienen, Jason Ciaramella hat die Story schließlich in ein Comic verpackt.

Joe Hill hat unter anderem sogar den Eisner Award 2011 verliehen bekommen.

Fazit:

Die Zeichnungen sind größtenteils düster und bedrückend, bloß die Rückblenden, die die Kindheit Erics und seines Bruders darstellen, als noch alles in Ordnung schien, sind farbenfroh. Ich finde, dass die Stimmung der Story somit gut rüber gebracht und die Dramatik der Geschichte verdeutlicht wird.

Seit Erics Unfall geht es mit seinem Leben stetig bergab. Das Cape hat ihm Schutz gegeben und er hat sich sicher gefühlt, doch nachdem es seine Mutter weggenommen hat, ist er verletzlich und unsicher. Jahrelang steht er im Schatten seines Bruders, welcher in Harvard studiert und zum Doktor wird. Doch, wenn ihr mich fragt, hätte Eric trotz seines tragischen Unfalls mehr aus seinem Leben machen können. Er wirkt oft desinteressiert und hätte es bestimmt auch weit bringen können, wenn er sich bloß bemüht hätte. Stattdessen gammelt er vor sich hin und gönnt seinem Bruder keinen Erfolg.

„Das Cape“ präsentiert sich teils als blutiges Comic mit einer tragischen Geschichte. Ein Leben voller Enttäuschungen treibt den Hauptcharakter zu tödlichen Absichten. Es stimmt einen nachdenklich und man stellt sich die Frage, wie es soweit kommen konnte. Hätte irgendjemand dieses Blutbad verhindern können? Ich habe nicht das Gefühl gehabt, dass sich alle gegen Eric gestellt haben, es war wohl eher seine Vorstellung, dass ihn alle für einen jämmerlichen Nichtsnutz halten.

Jedenfalls bin ich von der Story sehr begeistert und kann sie nur weiterempfehlen.

Ein weiteres Review dieses Comics findet ihr hier auf Kim’s Blog, der ich zu danken habe auf „Das Cape“ aufmerksam geworden zu sein.

Leseprobe: Das erste Kapitel könnt ihr hier nachlesen:

 http://www.mycomics.de/verlagscomics/graphic-novel/joe-hill-das-cape.html

0 Kommentare zu „„Das Cape“ – Joe Hill

    1. Stimmt 😉 den Namen Joe Hill werde ich mir jetzt auch bestimmt merken…
      deine späteren Comicvorstellungen habe ich mit Absicht (noch nicht!) gelesen, da ich zuerst mal meine noch nicht gelesenen Comics verschlingen möchte xD
      und da fällt mir ein, dass ich eigentlich noch einen Link auf deine Review reinstellen wollte, wird gleich gemacht 😉

  1. Hi, ich wusste gar nicht, dass der Sohn von Stephen King auch unter die Autoren gegangen ist. Aber gut, es liegt halt in der Familie. Bisher habe ich mich ehrlich gesagt kaum mit Comics beschäftigt (auch wenn ich gute Zeichnungen zu schätzen weiß), die Story hört sich aber interessant an. Lg, Annemarie

    1. Ich selbst habe es auch erst vor kurzem erfahren, das Schreiben liegt wohl in der Familie 😉 Wäre echt interessant mal ein Buch von ihm zu lesen, die seines Vaters stapeln sich ja bei mir zu Hause… 🙂

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